Manchmal ist es so, dass man etwas ausprobiert, es aber eben einfach nicht sein soll. So war es bei uns mit Juist. Verschiedene Faktoren haben dazu geführt, dass wir das Experiment rechtzeitig abgebrochen haben, bevor ich ganz auf die Insel gezogen bin. Wir hatten noch nicht alle Zelte abgebrochen: meinen Job kann ich behalten, die Wohnung gehört meiner Schwiegermutter – das ist also auch kein Problem.

Zu den Gründen: Die Insel ist nun mal klein und man kennt sich. Wenn man einfach mal raus und seine Ruhe will, wird das schwierig, weil man alle 5 Meter jemanden trifft. Außerdem kann man nicht einfach mal weg. Die Fähre fährt im Winter nur einmal am Tag und fliegen kann man auch nur bei gutem Wetter (Ich hatte schon mehrfach das Problem, dass mein Flug nicht zur angegebenen Zeit fliegen konnte und ich um meinen Zug bangen musste. Ab einer gewissen Zeit am frühen Nachmittag hätte ich keine Chance mehr gehabt heim zu kommen). Und wenn dann bei der Arbeit auch nicht alles passt, ist es besser den Rückzug anzutreten. Die Nordsee werden wir aber weiterhin besuchen, wenn auch ein paar Inseln weiter.

Um ehrlich zu sein, bin ich auch nicht ganz traurig darüber. Natürlich hätte ich auch gerne den Neuanfang auf Juist probiert mit Hund und wöchentlichen Yoga Stunden. Allerdings war die Wohnung deutlich kleiner und hellhöriger und mein Job wäre schlechter bezahlt worden und ich hätte First Level Support leisten müssen, was ein großer Unterschied zu dem ist, was ich jetzt mache.

Hier bin ich glücklich und mein Freund findet hoffentlich bald auch wieder einen guten Job.
Fakt ist allerdings: Ich bin froh, dass wir es probiert habe. Es war eine Erfahrung, die uns einiges gelehrt hat.